Features im Radio

Features

Montag 09:05 Uhr Ö1

Radiokolleg - Gärtnern für die Vielfalt

Ein Platz für Tiere (1). Gestaltung: Ilse Huber und Sabine Nikolay Was tun, wenn die Naturlandschaft immer weniger Abwechslung bietet? Wenn kleine Wäldchen und Wiesenraine entfernt, Uferböschungen planiert und Brachflächen in Bauland, und Monokulturen umgewandelt, oder gar als Straßen asphaltiert werden? Dann nimmt so mancher Gärtner und so manche Gärtnerin den Spaten in die Hand und pflanzt Hecken, sammelt Totholz, schlichtet Steine auf oder legt einen Teich an. Damit Meise, Haselmaus und Eidechse, und vielleicht sogar Hamster und Hase wieder Platz zum Leben finden. Lebensraum schaffen im Garten - dieses Konzept verfolgen immer mehr Naturliebhaber*innen. Sie kümmern sich um Rückzugsräume, Aufenthaltsplätze und Nistmöglichkeiten für zwei-, vier-, sechs- und achtbeinige Tiere mit Pelz, Federn oder Schuppen. Doch manchmal folgen auch ungebetene Gäste der Einladung: Manche Gartenliebende stören Insektennester oder Maulwürfe. Warum? Weil sie ein "englisches" Rasenideal vereiteln oder scheinbar die Vielfalt fehlt? Wie können Gärtnerinnen und Gärtner mit ihrem Einsatz nachhelfen und "Störenfriede" in Schach halten - oder noch besser: mit ihnen in friedlicher Koexistenz den Garten nutzen? Mit welchen Ideen und Vorstellungen erweitern sie den Gartenhorizont und machen die Welt ein Stück bunter? Sie graben, pflanzen, rupfen, zupfen und gestalten damit den Mikro-Kosmos, dem sich das Radiokolleg "Gärtnern für die Vielfalt" widmet.

Montag 09:05 Uhr Bayern 2

radioWissen

Das Judentum in Deutschland Die Anfänge Samuel Oppenheimer Genialer Finanzier und Diplomat Das Kalenderblatt 17.05.1861 Präsentation des ersten Farbfotos Von Hellmuth Nordwig Das Judentum in Deutschland - Die Anfänge Autor: Thomas Grasberger / Regie: Sabine Kienhöfer Für den römischen Kaiser Konstantin war es nur ein alltäglicher Verwaltungsakt. Für uns Heutige hingegen ist es ein einzigartiges Dokument. Denn das Dekret vom 11. Dezember 321 nach Christus, das Juden verpflichtete, sich in den Kölner Stadtrat wählen zu lassen, beweist eine mehr als 1700-jährige Geschichte jüdischen Lebens auf deutschem Boden. Auf diese ersten Anfänge im römischen Rheinland folgen quellenarme Jahrhunderte. Eine Kontinuität jüdischer Gemeinden wird erst wieder ab dem zehnten Jahrhundert eindeutig nachweisbar. Nicht zuletzt in den Bischofsstädten am Rhein entwickelt sich unter dem Schutz der Obrigkeit eine Blütezeit jüdischen Leben in "Aschkenas", so das jüdische Wort für Deutschland. Etwa in Speyer, Worms und Mainz entsteht ein dichtes Netzwerk aus Gelehrtenkultur, Handelsverbindungen, Rechtsgebräuchen und religiösen Gewohnheiten. Bis das Pogrom von 1096 diese Blütezeit des Mittelalters jäh unterbricht. Samuel Oppenheimer - genialer Finanzier und Diplomat Autorin: Henriette Wrege / Regie: Sabine Kienhöfer Als Samuel Oppenheimer im Mai 1703 im Alter von 72 Jahren in Wien stirbt, löst das ein Erdbeben in der Finanzwelt der damaligen Zeit aus. Oppenheimer hat fast alle Kriege des Habsburger Kaiserhauses mit Hilfe eines ausgeklügelten, europaweiten Netzwerks vorfinanziert. Da der Kaiser Oppenheimers Rechnungen selten pünktlich begleichen ließ, musste sich der Hoflieferant seinerseits die Gelder ausleihen, um die Lieferungen für Heer und Hofhaltung zu bezahlen. Auf rund sechs Millionen Gulden belaufen sich allein die Forderungen an den Kaiser aus dem Spanischen Erbfolgekrieg! Mit Oppenheimers Tod entledigt sich das Herrscherhaus seiner Schulden und bringt damit das - letztlich nur auf Oppenheimers gutem Ruf basierende - System zum Einsturz. Erstsendung: BR 2010 Moderation: Thies Marsen Redaktion: Thomas Morawetz

Montag 09:30 Uhr Ö1

Radiokolleg - Lust auf Literatur

Die Radiokolleg Bücherbox zum Thema Liebe (1). Gestaltung: Julia Reuter, Till Koeppel, Hanna Ronzheimer *Jane Austen: "Stolz und Vorurteil"* Passend zum Wonnemonat Mai ist die diesmal ganz dem Thema "Liebe" gewidmet - und somit auch den Fragen, was wir bereit sind, dafür zu riskieren, ob wir uns der Versuchung bedingungslos hingeben, oder ob wir uns von Vernunft leiten lassen. "Es ist eine allgemein anerkannte Wahrheit, dass ein Junggeselle im Besitz eines schönen Vermögens nichts dringender braucht als eine Frau." Das ist einer der bekanntesten Romananfänge der Literaturgeschichte, der erste Satz aus Jane Austens "Stolz und Vorurteil". Zu Lebzeiten der Autorin war jedoch genau das Gegenteil der Fall, nämlich dass eine junge Frau ohne Vermögen dringend einen Ehemann benötigte. Heiraten ist ein großes Thema in diesem bis heute äußerst populären Klassiker, vor allem die Sehnsucht nach einer Ehe, deren Fundament Liebe ist. Doch bevor das zentrale Liebespaar der Handlung, Elizabeth Bennet und Mr. Darcy, zueinanderfindet, gilt es, die jeweiligen Charakterschwächen zu überwinden: seinen Stolz und ihr Vorurteil. Gestaltung: Julia Reuter

Montag 09:45 Uhr Ö1

Radiokolleg - La canzone siciliana

Vom Volkslied zum Popsong (1). Gestaltung: Verena Gruber Die canzone siciliana, das sizilianische Lied, steht seit jeher in enger Verbindung mit der Geschichte der Insel. Sizilien, Italiens Schlussstein, war über Jahrhunderte ein multiethnisches Land, einer der frühesten Schmelztiegel der Welt: Byzantiner, Griechen, Römer, Mauren, Araber, Perser, Spanier, Franzosen und Österreicher beherrschten die größte Insel im Mittelmeer. Sizilien war ein Umschlageplatz für Handel, Ideen und Kultur. Das verlieh auch der Musik einen ureigenen Stempel. In den sizilianischen Liedern vermischten sind griechische Metrik, arabische Dichtkunst, persische Melodien und spanische Klänge. Die erste Blütezeit des sizilianischen Liedes fällt ins 13. Jahrhundert, in die Herrschaft der Staufer. Kaisers Ferdinand II., einer der schillerndsten und mächtigsten Persönlichkeiten des Mittelalters, förderte als König von Sizilien den Kulturaustausch zwischen arabischer und christlicher Welt. Unter seiner Herrschaft wurde Palermo zu einer der prächtigsten und kultiviertesten Städte in ganz Europa, ein Zentrum der Kultur und Wissenschaft. Aus dieser Zeit stammen auch die ersten dokumentierten profanen und sakralen Lieder Siziliens. In ihnen vermischen sich Volkslied und Kunstlied: Gesänge der Bauern und Fischer, religiöse Lieder zu Prozessionen und Begräbnissen, die Hofmusik der "trovatori", der sizilianischen Minnesänger. Nach dem Tod Ferdinands 1250 wurde Sizilien für mehrere Jahrhunderte Spielball von Mittelmeermächten, die das Land besetzten und herunterwirtschafteten: Es folgten Epochen der Kriege, Plünderungen, Erdbeben und Hungersnöte. Das hatte Auswirkungen auf die Musik. 400 Jahre blieb Sizilien in spanischer Hand, eine Provinz, vernachlässigt, geplündert und abgeschnitten von den Fortschritten der Renaissance und des Barock. Die berühmten in Sizilien geborenen Komponisten - Sigismondo d"India, Alessandro Scarlatti oder Vincenzo Bellini - verließen in jungen Jahren die Insel und wurden im Norden erfolgreich. Erst im 19. Jahrhundert besann man sich wieder der eigenen Tradition. Als der Opernkomponist Giacomo Meyerbeer 1816 die Insel bereiste, schrieb er eine Vielzahl an traditionellen Liedern und Melodien nieder. Einige Jahrzehnte später begann der sizilianischer Volkskundler Alberto Favara Tausende von Liedern zu sammeln, die Gesänge der Bauern, Schäfer, Bergarbeiter und Fischer. Beide Sammlungen bilden heute zusammen mit Feldforschungsaufnahmen der neueren Zeit die Grundlage für die Erforschung des sizilianischen Liedes. Heute sind es die politische Künstler Siziliens wie Etta Scollo oder Pippo Pollina, die den traditionellen Volksgesang mit dem modernen Lied verbinden. Das sizilianische Lied ist zum Exportschlager der Insel geworden, nachdem es jahrzehntelang zwischen Kitsch und Melodramatik dahindümpelte. Es ist Sinnbild für ein modernes Europa, für Vielfalt und multiethnische Einflüsse, für Entdeckung und Abenteuer, für Reise und Flucht.

Montag 10:04 Uhr WDR5

Neugier genügt

Mit Thomas Koch Feature: Thinktank für Nature-Apps Redezeit mit Nicole Diekmann, Journalistin. Thema: "Die Shitstorm Republik" Gedicht: Das Lied von der Moldau von Bertolt Brecht zur vollen Stunde WDR aktuell

Montag 13:34 Uhr WDR5

WDR 5 - Die Auslandsreportage

Polens Rechte in der Krise Ein Feature von Martin Adam

Montag 15:05 Uhr Bayern 2

radioWissen am Nachmittag

Die Wunderkammer Als die Welt noch in ein Zimmer passte Athanasius Kircher Der letzte Mann, der alles wusste Das Kalenderblatt 17.05.1861 Präsentation des ersten Farbfotos Von Hellmuth Nordwig Die Wunderkammer - als die Welt noch in ein Zimmer passte Autorin: Brigitte Kramer / Regie: Christiane Klenz Verzierte Muschelschalen und Bezoasteine, Elfenbein-Figürchen und Miniaturschnitzereien, Schrumpfköpfe und Tierpräparate, Mineralien und Fossilien, Spielautomaten, Zerrspiegel, astronomische Rechengeräte ... Höchst unterschiedlich waren die Objekte der Wunderkammern oder Kuriositätenkabinette, die Adelige und Bürger zwischen dem 14. und dem 17. Jahrhundert zusammentrugen. In eigens eingerichteten Zimmern oder Schränken sollten die Naturalia, Artificialia, Exotica und Scientifica den Gästen ein sinnliches Erlebnis garantieren, ihre Affekte aufrühren, sie staunen und erschaudern lassen. Wunderkammern zeugten auch von Wohlstand, Macht und Kenntnissen ihrer Besitzer, sie spiegelten deren Stand und Persönlichkeit. Im Verlauf des 18. Jahrhunderts verloren sie ihren Zauber, denn die Naturwissenschaften verbreiteten sich und es entstanden erste, öffentliche Museen. Bald haftete ihnen der Ruf unwissenschaftlicher Sammelsurien an. Heute erzählen sie vom Weltbild der Renaissance und des Barock und vom menschlichen Sammeltrieb und Selbstdarstellungsdrang. Und sie zeigen uns, wie einfach es einmal war, über die Welt zu staunen. Athanasius Kircher - der letzte Mann, der alles wusste Autor: Martin Schramm / Regie: Rainer Schaller Zu Lebzeiten ist der Jesuit Athanasius Kircher eine europäische Berühmtheit: ein Universalgelehrter, der auf nahezu allen Baustellen des 17. Jahrhunderts unterwegs ist. Er beschäftigt sich mit Obelisken, Sternen, Kometen und Sonnenflecken. Er rekonstruiert den Turmbau zu Babel, die Arche Noah, baut Komponiermaschinen und Vermessungsapparate und entdeckt die Ursache der Pest. Wer heute ein Buch über Optik schreibt, morgen eben mal versucht die Hieroglyphen zu entziffern, anschließend alles Wissen seiner Zeit über die Musik zusammenfasst, gleichzeitig aber an Seejungfrauen und feuerspeiende Drachen glaubt, läuft allerdings auch Gefahr, von manchen Kollegen als "Hochstapler" abgestempelt zu werden. Wer ist dieser Athanasius Kircher, der heute eher in Vergessenheit geraten ist, also tatsächlich? Ein spitzbübischer Scharlatan, der sich abmüht eine Welt zu retten, die längst unglaubwürdig geworden ist? Oder der letzte Mann, der alles wusste? Eines der letzten Universalgenies, das heutige Wissenschaftler turmhoch überragt? Erstsendung: BR 2019 Moderation: Florian Kummert Redaktion: Thomas Morawetz

Montag 19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

Und raus bist du! Wie Zugang zu Wissen das Leben prägt Von Marius Elfering "Wissen ist Macht", wusste schon der englische Philosoph Francis Bacon. Dass an diesem Satz etwas dran sein muss, sieht man auch in Deutschland: Menschen mit einem besseren Zugang zu Bildung verdienen später mehr, sind gesünder und politisch überproportional repräsentiert. Doch die Aneignung von Wissen ist für viele eingeschränkt. Nicht nur in der Kindheit, auch im späteren Leben. Dann, wenn sich nur reichere Eltern eigene Computer für die Kinder leisten können. Wenn die nächste Bibliothek kilometerweit weg ist und schon der Kauf des Bahntickets zum Hindernis wird. Wenn die Anträge für Hilfsleistungen so umständlich formuliert sind, dass nur noch Akademiker sie verstehen. Was passiert, wenn sich diese Ungleichheit, frei an Wissen zu gelangen, durch den Lebensweg einzelner und die ganze Gesellschaft zieht? Werden die Wissenden immer mächtiger? Und lässt sich das ändern?

Montag 22:08 Uhr Ö1

Radiokolleg

Gärtnern für die Vielfalt. Ein Platz für Tiere (1). Gestaltung: Ilse Huber, Sabine Nikolay Lust auf Literatur. Die Radiokolleg Bücherbox zum Thema Liebe (1). Gestaltung: Julia Reuter, Hanna Ronzheimer, Till Koeppel La canzone siciliana. Vom Volkslied zum Popsong (1). Gestaltung: Verena Gruber

Sonntag Dienstag